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Wald im Mittagslicht: ein Nachmittag am Fuchsstein

2. Juli 2026 · Lukas Brenner

Hartes Licht gilt im Wald als Bildkiller. Manchmal ist es aber die einzige Zeit, die man hat.

Fuchsstein im Nachmittagslicht
Fuchsstein im Nachmittagslicht

Die Lehrbuchregel ist einfach: Wald fotografiert man bei Nebel, bei bedecktem Himmel oder in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang. Mittags zerfällt das Bild in grelle Flecken auf dem Laub und schwarze Schatten dazwischen. Trotzdem bin ich an einem Augustnachmittag mit der Kamera zu den Felsen am Fuchsstein gegangen – weil an diesem Tag nur der Nachmittag frei war.

Polfilter zuerst

Das meiste Glitzern im Wald ist Spiegelung: Licht, das von der wachsartigen Oberfläche der Blätter reflektiert wird. Ein Polfilter nimmt einen großen Teil davon weg. Die Blätter werden dunkler und satter grün, das Moos auf den Felsen bekommt Zeichnung. Den Filter drehe ich langsam, bis die Spiegelungen am stärksten nachlassen – das sieht man im Sucher sofort.

Belichtungsreihen statt Kompromiss

Der Kontrast zwischen Sonnenflecken und Schatten ist für eine einzelne Aufnahme oft zu groß. Ich belichte deshalb drei bis fünf Bilder im Abstand von zwei Blendenstufen und setze sie später zusammen, mit Bedacht und ohne den typischen HDR-Look. Ziel ist ein Bild, das so aussieht, wie das Auge die Szene wahrgenommen hat.

Den Felsen die Hauptrolle geben

Im hellen Licht hilft eine klare Hierarchie. Ein großer, moosbedeckter Felsblock im Vordergrund, nah am Weitwinkel, dahinter die Stämme als Rhythmus. Der Himmel bleibt draußen, sobald er ausbrennt. Und dort, wo die Sonne direkt auf den Fels fällt, wartet man auf eine kleine Wolke – sie kommt öfter, als man denkt.

Ein Bild aus dieser Serie hängt inzwischen als Print im Büro eines Kunden. Morgennebel wäre schöner gewesen. Aber das Bild existiert, und das ist am Ende das Argument.

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