Herbst im Rheingau: vier Standorte zwischen Wiesbaden und Hallgarten
Wenn sich die Reben färben, lohnt sich jeder Abend. Diese Plätze fahre ich immer wieder an.

Der Rheingau ist in der zweiten Oktoberhälfte am schönsten. Die Rebzeilen färben sich gelb bis rostrot, der Himmel ist klarer als im Sommer, und die Sonne steht abends so tief, dass sie die Hänge seitlich anstrahlt. Hier sind vier Standorte, an die ich jedes Jahr zurückkehre.
1. Weinberge bei Dotzheim und Frauenstein
Am westlichen Stadtrand von Wiesbaden beginnen die Weinberge praktisch hinter den letzten Häusern. Von den Wegen oberhalb von Dotzheim schaut man über Frauenstein in den Rheingau hinein. Der Vorteil: kurze Anfahrt, viele Wege, und man ist nach Feierabend noch rechtzeitig vor Ort.
2. Goethestein oberhalb von Frauenstein
Ein kleiner Gedenkstein mitten in den Reben, mit Weitblick nach Süden. Bei klarer Luft sieht man bis zum Rhein. Hier funktioniert ein leichtes Tele besser als das Weitwinkel: Es staffelt die Hügel hintereinander.
3. Der Steinberg
Der ummauerte Weinberg des Klosters Eberbach ist schon wegen der Mauer ein Motiv. Von den Streuobstwiesen und Wegen am Rand schaut man hinüber nach Hallgarten. Am späten Nachmittag fällt das Licht von Westen flach über die Zeilen.
4. Schloss Johannisberg
Der Klassiker: die Terrasse vor dem Schloss und die Reben, die zum Rhein hin abfallen. Hier ist es am Wochenende voll, unter der Woche ab dem späten Nachmittag deutlich ruhiger.
Rücksicht während der Lese
Im Herbst wird gearbeitet. Wirtschaftswege sind Arbeitswege, Traktoren haben Vorrang, und zwischen die Zeilen geht man nicht. Wer freundlich grüßt und Platz macht, wird fast immer freundlich zurückgegrüßt.